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Teilzeit-Selbständigkeit oder angestellt mit Nebenjob?

Teilzeit-Selbständigkeit oder angestellt mit Nebenjob?

Meine Herausforderungen und Erfahrungen – und 3 Tipps für dich

Der heutige Blogartikel widmet sich einer Gruppe der besonderen Art: den nebenberuflich Selbständigen, den sogenannten "Sidepreneur:innen" bzw. Teilzeit-Selbständigen.

Zum einen, weil ich mich selbst dazu zähle mit meiner Nebentätigkeit als Freiberufler. Ich sage ganz bewusst, ich liebe meine Praxis und meiner Arbeit hier – bin aber sehr glücklich darüber, dass ich das tun möchte, kann und darf – und nicht muss.

Zum anderen, weil Beatrice Krammer zu einer Blogparade aufgerufen hat mit dem Thema „Teilzeit-Selbständigkeit: Trend der Zukunft?“

Und so plaudere ich noch einmal ein wenig aus meinem eigenen Leben – etwas, das ich in der Regel bis auf ganz wenige Ausnahmen nur in einem persönlichen Gespräch mache.

Wie alles begann

Wie sicherlich andere Menschen auch trieb mich immer einmal wieder die Frage um:

„Was wäre, wenn ich…

  • eine andere Ausbildung gemacht hätte?
  • nicht auf meine Eltern gehört und einen kaufmännischen Beruf erlernt hätte – sondern doch eine medizinische Ausbildung gemacht hätte?
  • mich mit Anfang 30 mich getraut hätte, die Ausbildung zur Heilpraktikerin zu machen, als ich zum ersten Mal den Impuls hatte?
  • aus dem altvertrauten „Hamsterrad“ ausbrechen würde?

Ich denke, mit Anfang dreißig war der Wunsch bereits da, etwas Neues anzufangen, mein Wissen zu erweitern - aber es war wohl noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen. Sonst wäre ich damals schon meinem Impuls gefolgt und hätte eine Ausbildung zur Heilpraktikerin gemacht. Dabei wünschte ich mir schon als Kind, Lehrerin oder Ärztin zu werden (passt doch zu meiner Tätigkeit als Heilpraktikerin für Psychotherapie, oder?).

Der „richtige Zeitpunkt“...

... kam aufgrund persönlicher und beruflicher Veränderungen erst ca. 10 Jahre später.

Da war mir auch klar: mit Blut usw. möchte ich nicht arbeiten und ich konnte mir auch nicht vorstellen, eine entsprechende Praxis aufzumachen. Also kam der „große“ Heilpraktiker nicht in Frage.

Auch eine komplette Selbständigkeit konnte ich mir nicht vorstellen - doch... wie wäre es, wenn ich meine beiden Welten miteinander verbinde: meine Berufserfahrung und mein Interesse an Gesundheitsthemen?

Also fokussierte ich mich auf das, was mich wirklich brennend interessiert und heutzutage immer wichtiger wird:

Die Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele 

Meinen Werdegang kannst du bei Interesse unter ÜBER MICH nachlesen, das würde hier den Rahmen sprengen. In meinen entsprechenden Fortbildungen wurde ich von meinen Dozenten immer wieder bestärkt – wenn es nach ihnen gegangen wäre, hätte ich meinen Hauptjob gekündigt und eine Vollzeit-Praxis eröffnet. Mir war von Beginn an jedoch klar, dass ich gerne beide Tätigkeiten ausüben möchte. Nicht nur aus Sicherheitsaspekten. Das Ergebnis kennst du und siehst du hier, auf dieser Webseite.

Anmeldung der Tätigkeit bei meinem Arbeitgeber

Endlich war es dann soweit: 2015 bestand ich erfolgreich meine Prüfung und erhielt die Zulassung als Heilpraktikerin (Psychotherapie) vom Gesundheitsamt😊

Ich weiß noch wie heute, wie ich damals in der Firma meine Nebentätigkeit anmeldete: Erstaunen. Respekt. Irritation. Bewunderung. Verwunderung. Und einiges mehr. Doch die meisten Reaktionen lauteten „Wow, Hut ab.“

Meine Empfehlung an dich:

Egal, was du tust – spiele mit offenen Karten, sowohl deinem Arbeitgeber und deinen Vorgesetzten gegenüber als auch deinen Kolleg:innen! Eine generelle Meldepflicht für eine nebenberufliche Tätigkeit gibt es zwar auch in Deutschland nicht – aber die meisten Arbeitsverträge regeln das entsprechend. Außerdem wäre es doch echt blöd, wenn deine Nebentätigkeit erst durch Recherche ans Tageslicht kommt und du in eine Rechtfertigungsposition gerätst – oder?

Meine zwei (oder mehr) Leben:

Ich mag meinen Hauptjob und bin heute froh über meine umfassende kaufmännische Ausbildung und Erfahrung. Ich habe einen anspruchsvollen Job in einem wechselnden Umfeld - das erfordert sowohl ein hohes Maß an technischem Verständnis als auch Organisationstalent und Empathie.

Die Tätigkeit in meiner Praxis als Heilpraktikerin für Psychotherapie ist ein Herzensanliegen, das ich verwirklicht habe. Hier zeige ich Menschen, insbesondere Frauen, Optionen zum Umgang mit Stress und Veränderungen auf. Und da ich weiß, dass viele Menschen den Begriff „Therapie“ scheuen, entwickle ich auch mein Online-Angebot – du darfst hier schon gespannt sein, was im Laufe dieses Jahres noch alles hinzukommen wird.

Meine Praxis bzw. Tätigkeit als Sidepreneurin für mich ist also ein echtes „Herzensbusiness“ - und die Rückmeldungen meiner Patient:innen freuen und bestätigen mich immer wieder.

Einige haben den Begriff "Erste-Hilfe-Leisterin" bei stressigen (Job-)Situationen und "Re-Animateurin" bei Rückfällen in alte Verhaltensmuster geprägt – nett, oder?

Belastung, Überforderung - oder nicht?

Erstaunlicherweise waren und sind weder die erforderlichen Aus- und Weiterbildungen noch die Arbeit in der Praxis eine Belastung oder Überforderung für mich. Oft werde ich gefragt, wie ich das alles hinbekomme: Job, Fortbildungen, private Verpflichtungen, Hobbies etc.

Ich gebe zu: manchmal komme ich an meine Grenze. Das liegt übrigens nicht daran, dass ich eine „Doppel-Laufbahn“ habe. Nein, das Thema begleitet mich bereits seit langer Zeit durch mein Leben. Denn wie jeder andere Mensch auch, habe ich ebenfalls meine kleinen „inneren Antreiber“. Welche das sind... bleibt mein Geheimnis 😉 

Doch ein Geheimnis verrate ich dir:

Ich erkenne meine Grenze inzwischen rechtzeitig und kann gegensteuern. Deswegen kann ich meinen Patient:innen und Klient:innen auch gut vermitteln, dass Stress, Veränderungen und auch damit zusammenhängende Ängste zum Leben dazugehören – und ein anderer, gesunder Umgang damit möglich ist. Das bedeutet ein bisschen Arbeit, ja. Doch es ist möglich - und du kannst das auch lernen, falls das deine Herausforderung ist.

Letzten Endes geht es nicht darum, Stress komplett zu vermeiden. Der Mensch ist dafür geschaffen, sich stetig weiterzuentwickeln. Gesunder Stress macht uns leistungsfähig und kreativ. Nur das ‚viel zu viel Stress’, der Dauerstress, ist ungesund. Wichtig sind die Balance von Anspannung und Entspannung - und zugrundeliegende Denkmuster von dysfunktionalen/ schädlichen Gedanken in funktionale/ hilfreiche Gedanken zu verändern. 

Wie kannst du nun in Balance bleiben und trotz Anforderungen im Job eine Teilzeit-Selbständigkeit aufbauen?

Um in die Umsetzung zu kommen und auch erfolgreich dabei zu sein, sind dein WARUM und dein WAS wichtig. Hinzu kommen ein gutes Zeitmanagement und darauf zu achten, deine „Work-Life-Balance“ nicht zu vernachlässigen. Denn nur wenn es dir gut geht, kannst du auch für andere Menschen da sein bzw. zusätzlich etwas tun.  Und nur dann werden auch dein Partner, deine Familie akzeptieren können, dass du deine Teilzeit-Selbständigkeit auf- bzw. ausbauen möchtest.

In erster Linie bedeutet das, dich selbst gut zu kennen. Zu wissen, was dich antreibt, was du mit deinem „Sidebusiness“ bewirken möchtest und welche Glaubenssätze du in deinem Leben hast. Doch nicht nur das. Besonders wichtig ist zu erkennen, wann du in Stress gerätst – und was diesen Stress konkret auslöst bzw. wann und warum du in eine Überforderung gerätst.

Meine 3 Tipps für dich zu Umsetzung

1. Nutze das Erfolgsprinzip der Lotusblume:

Anstatt Schadstoffe – also schädliche Einflüsse von außen, Stress – aufzunehmen… geht es darum, diese an sich „abperlen“ zu lassen. Übertragen auf den Berufsalltag und/ oder deine Teilzeit-Selbständigkeit geht es darum, dass du unterscheiden kannst, wann und welche Information du verwerten kannst und solltest – und wann du eine Information besser abblocken solltest. So kann es dir gelingen, in einer gesunden mentalen Balance zu bleiben. 

Wenn du mehr zu diesem Prinzip wissen möchtest: die Anmeldefrist für meinen aktuellen Kurs ist abgelaufen... aber hüpf' gern auf die Warteliste, wenn du wissen möchtest, wenn es wieder losgeht: WARTELISTE

2. Achte auf deine Selbstfürsorge, ich nenne sie gerne deine (M-)ICH-Zeiten.

Viele Menschen vernachlässigen diese aus den verschiedensten Gründen:

Sie...

  • möchten nicht egoistisch wirken.
  • denken, sie hätten die Zeit für sich nicht verdient – erst einmal sind andere dran.
  • sind sehr leistungsorientiert.
  • Der übergroße Wunsch nach Wertschätzung und Anerkennung oder für andere da sein zu wollen kann dazu führen, dass eigene Bedürfnisse nicht erkannt bzw. hintenan gestellt werden.

Dabei reichen jeden Tag 5-15 Minuten vollkommen aus und bringen mehr, als einmal in der Woche 2 Stunden. Denn wenn du jeden Tag ein wenig Zeit in deine Kraftquellen investierst, kommst du damit in eine Art Automatismus und kannst jederzeit abrufen, was dir gut tut und wieder in Balance kommen.

Gern lege ich dir auch mein kostenloses PDF „Stark in eigener Sache“ ans Herz. Das PDF richtet sich nicht nur an dich, wenn du einen anderen Umgang mit Stress suchst, sondern auch, wenn du etwas für deine Selbstfürsorge tun möchtest und nach Tipps suchst: LINK zum PDF

3. Nutze das Paretoprinzip

Bereits Vilfredo Pareto (1848-1923) hat festgestellt, dass du 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Gesamtaufwandes erreichen kannst. Finde heraus, was du erreichen möchtest und schaue dir die einzelnen Teilaufgaben genau an – du wirst schnell erkennen, was tatsächlich wichtig ist und dich zu dem von dir gewünschten Ergebnis bringt. Denn viel hilft nicht viel – konzentriere dich stattdessen auf die wesentlichen Punkte.

Beispiel aus dem Berufsalltag

Dein Chef sagt dir, du sollst einen Vortrag zu einem wichtigen Projekt deines Unternehmens vorbereiten und in drei Stunden präsentieren. Du kannst nun mit deinen Kollegen sprechen, Dokumente und Akten wälzen, Grafiken und Schaubilder erstellen – in der knappen Zeit wirst du nur einen Bruchteil dessen schaffen.

Oder du nutzt das Pareto-Prinzip: Du sprichst mit dem Projektleiter und konzentrierst dich auf die wichtigsten Aspekte. Die essenziellen Informationen kommen auf die Folien – und schon hast du in kurzer Zeit ein vorzeigbares Ergebnis.

Ein Beispiel von mir zur Prüfungsvorbereitung: 

Die Überprüfung zur Zulassung als Heilpraktiker (Psychotherapie) ist nicht so einfach, wie manche denken. Die Durchfallquote beträgt 70-80 %. Du musst alles wissen zu den relevanten Krankheitsbildern, psychopathologischen Befund, Behandlungsmethoden, Medikamente, Risiken- und Nebenwirkungen einer Behandlung, Gesetzeslage, etc. 

Zuerst war der Berg für mich riesig groß, ich habe unglaublich viel Zeit investiert und gedacht, das lerne ich nie. Habe mich regelrecht verzettelt. Doch dann habe ich den relevanten Stoff immer mehr auf das verdichtet, was wirklich wichtig ist und schließlich nur noch anhand meiner eigenen Präsentationen zu den jeweiligen Krankheitsbildern etc. gelernt.

Versuch es einmal – es funktioniert wirklich.

Mein persönliches Arbeits- und Lebens-Modell

In der heutigen agilen Arbeitswelt spricht man von Flexibilität und Bereitschaft zum Wandel, dem sogenannten Change. Deswegen frage ich ganz offen: muss ich etwas hauptberuflich und etwas nebenberuflich machen? Oder darf es auch im Einklang gehen?

Ich sehe mich als Monika Neuwinger – mit allen möglichen verschiedenen Facetten. Zu mir, meiner Persönlichkeit und meinem Leben gehören die Anstellung in einem Unternehmen mit einem interessanten Aufgabengebiet ebenso wie die Selbständigkeit zu meinen Herzensthemen ohne Druck und Erfolgszwang sowie meine Familie, meine Hobbies und lebenslanges Lernen.

All das lässt sich wunderbar miteinander vereinbaren.  Mit Selbstdisziplin, organisatorischem Geschick – aber auch Leidenschaft und Freude an dem, was ich tue. Sowohl das Unternehmen, wo ich arbeite, als auch meine Patient:innen und Klient:innen profitieren davon.

Was ich dir wünsche

Ich wünsche dir, dass du den Mut und die Energie hast, deine Pläne bzw. Träume zu verwirklichen. Lass' dir nicht einreden, dass du dich entscheiden musst - sondern lass' die Dinge auf dich zukommen. Du wirst zum richtigen Zeitpunkt wissen, was zu tun ist.

Mich interessiert natürlich: Welche Erfahrungen hast du gemacht? Berichte gern im Kommentar.

  • Liebe Monika,
    herzlichen Dank für diesen Mut machenden Artikel und die Tipps! Deine Geschichte zeigt so schön, dass zwei absolut konträre Bereiche sich gegenseitig Energie geben können!
    Danke, dass Du bei der Blogparade dabei warst!
    💚 Herzliche Grüße
    Beatrice

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