Monika's BLOG

Therapieziele – ein Überblick

Idee

Was sind Therapieziele? Warum werde ich danach gefragt?

Nicht nur in der Verhaltenstherapie ist ein Therapieziel wichtig. Bevor in einer Behandlung Lösungswege und -optionen erarbeitet werden können, wird dein Therapeut, aber auch ein Coach oder psychologischer Berater dich normalerweise fragen: 

  • Warum überhaupt kommen Sie?
  • Was möchten Sie erreichen?

Die Klärung und Bestimmung der Therapieziele haben einen großen Stellenwert in der Therapie. Angemessene und erreichbare Ziele verschaffen ein Erfolgserlebnis. Unrealistische oder diffuse Ziele bahnen einen Misserfolg. Sie leisten somit bereits einen wichtigen Behandlungsbeitrag, wenn du für die Definition Ihrer Ziele etwas Zeit und Mühe investierst.  

Gute Therapieziele sollten bestimmte Kriterien erfüllen:

Das Ziel soll...

  • konkret und nach Möglichkeit in einen Kontext eingebunden sein, z. B. Kategorien wie Beruf, Freizeit, aber auch Personen, Ort.
  • überprüfbar sein - mit der Frage "woran werden Sie merken, dass Ihr Ziel erreicht ist/ Sie auf dem Weg zum Ziel sind?" können Überprüfungskriterien herausgearbeitet werden.
  • erreichbar und in deinem Einflussbereich sein, da du nur so eine Umsetzung selbst steuern und vorantreiben kannst.
  • positiv formuliert sein - ohne Negation oder Vergleich. Es geht nicht darum, was du NICHT mehr willst, sondern vielmehr darum, WAS du willst.
  • in Bezug der Minderung bzw. Linderung der Beschwerden sinnvoll sein.
  • "ökologisch" sein - meint: bei jedem Ziel muss sichergestellt werden, dass die Erfüllung keine negativen Folgen oder untragbaren Nebenwirkungen haben wird - oder diese möglichen Nebenwirkungen bewusst sind. Eventuell ist es sinnvoll, ein Ziel zu verändern und anders zu definieren.
  • die Wertschätzung des bisherigen Verhaltens beinhalten - denn dieses Verhalten war einmal die perfekte Lösung für ein Problem.

Was sind geeignete Ziele?

Gute Therapieziele sind z. B. "mehr Selbstfürsorge betreiben", "meine Aufgaben mit mehr Zeit und Ruhe zu erledigen" oder "90 % sind genug".

Weniger geeignete Ziele sind "ich möchte, dass es mir besser geht", "ich möchte mich mit meinem Mann/ meiner Frau weniger streiten" oder "ich möchte glücklicher werden" (zu unkonkret, unvollständiger Vergleich), "mich nicht mehr zu hetzen" oder "ich will mir das nicht mehr so zu Herzen nehmen" (Negation).

Auch Ziele wie "ich möchte nur noch gute Leistungen im Beruf bringen" oder "ich möchte, dass die anderen mich mehr mögen" sind Ziele, die möglicherweise nicht erreichbar sind, da du hier eventuell wenige Einflussmöglichkeiten hast und dich sehr unter Druck setzt.

Wie viele Therapieziele machen Sinn

Therapieziele können sehr unterschiedlich sein, da sie abhängig von den Hintergründen des eigenen Leidens bzw. des eigenen Antriebs für eine Therapie sind.

In der Regel ist es sinnvoll, sich nicht mehr als 2 bis 3 Ziele zu setzen. 

Wenn du mehrere Ziele definieren möchtest, ist eine Priorisierung empfehlenswert. Nachstehend einige Beispielziele in Abhängigkeit von bestimmten Diagnosen:

  • Depression: selbstbewusster werden, mehr Selbstfürsorge betreiben, "nein" zu sagen, mich annehmen/ wertschätzen, Lob annehmen lernen
  • Burnout: Pausen machen, meinen Perfektionismus abbauen, mir mehr Ruhe und Zeit geben, meine eigenen Bedürfnisse und die meines Körpers kennen und berücksichtigen lernen, Privat- und Berufsleben trennen
  • Angststörungen: mich meinen Ängsten stellen und sie aushalten lernen, bei beginnenden Panikattacken ruhig atmen und mir den Teufelskreis der Angst ins Gedächtnis rufen
  • Essstörungen: mich einmal in der Woche wiegen anstatt täglich, mir "verbotene" Lebensmittel (welche zum Beispiel?) erlauben, das Kalorienzählen aufhören

Kann ein Therapieziel geändert werden

Selbstverständlich kannst du deine Ziele immer neu überdenken und verändern - auch das kann Fortschritt in einem Therapieprozess sein.

Realistische Ziele z. B. zum Jahreswechsel

Gerade zum Jahreswechsel nehmen sich viele Menschen etwas Bestimmtes vor - manche Menschen beschließen, einfach gar nichts neu zu unternehmen.

Doch wenn es ein Vorsatz für das neue Jahr sein soll... vielleicht startest du mit einem realistischen Vorsatz wie z. B. anstatt einer ganzen Tafel Schokolade esse ich nur noch 1 Riegel Schokolade oder anstatt jeden Tag Sport machen zu wollen - wie wäre es mit 1-2-mal die Woche? Und das nicht für das ganze Jahr sondern Woche für Woche neu definieren.

Warum nochmal realistische Ziele? Ganz einfach:

Das nimmt dir viel Druck heraus und das Gefühl von Scheitern - denn von 0 auf 100... ist zwar machbar aber nur mit großer Anstrengung und dem Gefühl von Verzicht, der häufig nicht über einen längeren Zeitraum durchgehalten wird - während ein realistisches Ziel mit Spielraum ein Erfolgserlebnis verschaffen kann.

YES - you can!

Egal ob für eine Therapie oder einfach nur für dich selbst: ich wünsche dir viel Erfolg bei der Formulierung und Nachverfolgung deiner eigenen, ganz persönlichen Ziele! Egal, ob zu einem Jahreswechsel oder einfach mitten im Jahr, weil es gerade die richtige Zeit dafür ist.

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